
Mit ihrem markanten Klang, der hydrodynamischen Kraftübertragung und der unverwechselbaren Front gehört die ČD-Baureihe 854 längst zu den Kultfahrzeugen des tschechischen Regionalverkehrs. Eisenbahnfreunde kennen die Triebwagen vor allem unter ihrem Spitznamen „Hydra“ – eine Anspielung auf das hydrodynamische Getriebe, das den Fahrzeugen auch akustisch ihren besonderen Charakter verleiht.
Die Baureihe 854 entstand zwischen 1997 und 2006 durch die Modernisierung der älteren Reihen 852 und 853. Technisch erhielten die Fahrzeuge neue Caterpillar-Motoren, modernisierte Innenräume und zeitgemäße Steuerungstechnik, äußerlich blieb jedoch der charakteristische Look der ursprünglichen Fahrzeuge aus den späten 1960er Jahren erhalten.
Lange Zeit waren die „Hydry“ auf zahlreichen nicht elektrifizierten Hauptstrecken in Tschechien zuhause. Doch die Einsätze werden zunehmend weniger. Moderne RegioFox- und RegioPanter-Triebzüge verdrängen die inzwischen über fünfzig Jahre alte Technik Schritt für Schritt aus dem regulären Betrieb. Selbst auf der Relation Praha – Kladno zählen die verbliebenen Umläufe inzwischen zu den letzten planmäßigen Einsatzgebieten der Reihe 854.
Aber auch bei der Infrastruktur bleibt der Wandel nicht stehen. So steht die Modernisierung und zweigleisigem Ausbau der Strecke nach Kladno in den Startlöchern. Besonders deutlich wird das im Bahnhof Jeneč. Die dort noch vorhandenen Formsignale gehören inzwischen zu den letzten ihrer Art im Großraum Prag. Jahrzehntelang bestimmten sie das Bild des Bahnhofs und verliehen der Strecke ihren klassischen Charakter. Mit den geplanten Umbauten werden jedoch auch sie und der ganze Bahnhof an sich bald Geschichte sein.